Terra Preta Forum STILLGELEGT NUR NOCH ARCHIV

Informationen und Erfahrungen rund um das Terra Preta Phänomen

 
Aktuelle Zeit: Di 10. Dez 2019, 16:53

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Neues Thema Antworten Seite 1 von 1  [ 6 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: Mi 14. Sep 2011, 11:34 
Offline

Registriert: Do 10. Mär 2011, 09:06
Beiträge: 10
Hallo Marko Heckel,
Liebe Forumsteilnehmer,

Eigentlich möchte ich vor dem Einwintern meinen Garten wieder flächendeckend mit Bokashi (ca. > 5 cm dick) mulchen. Bokashi ist ja bekanntlich gleich nach der Entnahme aus der Fermentation sauer.

Um diese Säure etwas zu mildern, hat mir ein Bauer im Frühling 1 Fass mit 300 Litern Rinder/Kuh-Gülle gebracht, die ich Ende Herbst auf den gemulchten Terra-Preta-Bokashi draufgeben hätte wollen. – Aber eben, in der Zwischenzeit ist die Sache mit EHEC lautbar geworden (verursacht durch Gülle von Wiederkäuern und mutierten Bakterien). Gibt es da Bedenken? - auch Bedenken, dass es in dieser Gülle Rückstände von Antibiotika haben könnte sind bei mir aufgekommen.

Die Gülle hat anfangs sehr stark gestunken. Nachdem ich aber einen halben Liter EMa ins Fass geschüttet habe, ist der Gestank gegangen. Es liegt ein dicker brauner Deckel auf der Gülle, und wenn ich umrühre, schäumt sie noch. Sie ist stark alkalisch, macht aber sonst eher den Eindruck, als wäre sie im Stadium der Kompostierung. Ist die Gülle mit der Beifügung von EMa in ein positives Milieu gekippt?

Frage an Marko Heckel:

Kann ich diese Gülle für meinen Gemüsegarten verwenden, wenn ich sie Ende Herbst auf den Bokashi draufgebe oder ist von einem solchen Vorhaben eher abzuraten. Es gibt ja auch Rinderdung in Pelletform, den man bei Kali- Stickstoff- und Phosphormangel z.B. den Tomaten beigeben kann. Wie steht es da mit dem Antibiotikum. Könnte dieses nicht auch die EM-Bakterien zerstören?

Vielen Dank für Deine kompetente Stellungnahme.

mlg POMODORO


Zusammensetzung der Kuhgülle (Zitat). Diese ist stark alkalisch!
Düngeranfall 20 m³ Gülle / Kuh und Jahr
Stickstoff (N): 5,0 kg N / m³ Gülle
Phosphor (P2O5) 1,5 kg P2O5 / m³ Gülle
Kali (K2O) 7,0 kg K2O / m³ Gülle


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: Mi 28. Sep 2011, 21:13 
Offline

Registriert: Mi 28. Sep 2011, 18:22
Beiträge: 6
Servus,

darf ich mich als Neuling und Konventioneller einmischen?
Antibiotika muessen vertrauensvoll mitgeteilt werden - da gibt´s keine Standards. Bei Milchvieh ist die Zitzenbehandlung mit Antibiotika möglich, aber das ist in sauberen Ställen selten einmal notwendig und dann auch nur bei einzelnen Tieren.
Gegen das Schäumen kann ich eine sehr gute Empfehlung geben, die auch die Angst vor EHEC nehmen kann weil denaturierend:
10 bis 12 kg Kalkstickstoff auf die 300l in granulierter Form (PERLKA) sollte bei der Anlieferung eingeruehrt werden, dann stirbt alles was gasen kann, und nach der bis zu 2 Wochen dauernden Cyanidphase kann wieder biologisch aufgebaut werden.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: Do 6. Okt 2011, 23:51 
Offline

Registriert: So 26. Sep 2010, 21:00
Beiträge: 188
Hallo Pommodoro,

Güllebehandlung: EM ist ein guter Anfang. Mische auch noch ein paar kg Holzkohle, Gesteinsmehl oder Bentonit/Zeolith rein (TriaTerra-Streu) und Du bekommst eine cremige und geruchlose Gülle. Bis 10 % Holzkohle sind gut möglich.

Antibiotika und viele andere unerwünschte Stoffe werden von einer aktiven Mikrobiologie schnell und problemlos abgebaut. Die Belebung mit EM und Holzkohle stellt das sicher. Antibiotika kann durchaus in der Gülle auftauchen ist aber bei Schweinegülle und Hühnermist kritischer, weil da oft ganze Bestände behandelt werden. Bei Kühen sind es fast immer nur einzelne Tiere. So oder so. Eine aktive Mikrobiologie knackt fast alles, solche Alltäglichkeiten wie Antibiotika fressen die EMs zum Frühstück.
EHEC ist ein Thema für sich. In einem intakten im Gleichgewicht befindlichen mikrobiellen Milieu können sich die Krankheitskeime nicht halten. Das hast Du spätestens mit Deiner Güllebehandlung erreicht. Ein tägliches Gläschen EM dazu als Probiotikum und eine Hausapotheke mit Zeolith und Kohle zur Entgiftung und kein Keim muss Dir mehr Angst einjagen.

Die so bearbeitete Gülle kannst Du direkt ausbringen und einarbeiten (einhacken oder so) und am besten noch drüber mulchen. Auf dem Bokashi hat die Gülle eigentlich nichts verloren, es sei denn Dein Bokashi ist sehr strohig/holzreich (viel C). Mit genug Holzkohle schadet sie allerdings auch nichts. Die so perfekt aufbereitete Gülle könntest Du auch wie Pflanzenjauche verdünnt als Schnelldünger im nächsten Frühjahr und Frühsommer unter die schnell wachsenden Pflanzen geben.

Kalkstickstoff ist in der Tat ein konventioneller Ansatz. Wenn das Leben Probleme bereitet töten wir es halt. Anstatt Fäulnis und Krankheitskeime durch positive Verdrängung mit Milchsäurebakterien usw. zu kontrollieren bringen wir einfach alles um. Da es in der Natur aber keine Sterilität gibt, schiebt es das Problem nur auf. Wenn die Gülle im Boden umgesetzt werden muß, hat das Bodenleben es dann doppelt schwer und eine Entgleisung der Mikrobiologie sprich Krankheitsentwicklungen ist vorprogrammiert.

Das ist eine Grundsatzfrage. Wie gehe ich bei Problemen mit dem Lebendigem um? Unkraut, Schädlinge, Krankheitskeime, Fäulnis usw.
Die klassische Antwort ist das Leben komplett zu zerstören, alles auf Null zu setzen und zu hoffen das bei der Neubesiedlung alles besser klappt. Siehe Kalkstickstoff in Gülle, "Pflanzenschutzmittel", Antibiotika, Pflug/Umgraben.
Das funktioniert oft (vorübergehend), aber man verliert dabei Lebendigkeit die uns ernährt und erhält (Humus, mikrobielles Gleichgewicht, Pflanzengemeinschaft, Gleichgewicht Nützlinge-Schädlinge).
Intelligent wäre es Probleme mit einem mehr an Lebendigkeit zu beantworten. Unkraut mit dichter Fruchtfolge und Untersaaten, Krankheitskeime und Fäulnis mit positiven Mikroorganismen und Steuerung (C-N-Verhältnis, Temperatur, Oberflächen) und Schädlinge mit Nützlingen.


Gruß Marko


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: Fr 7. Okt 2011, 00:17 
Offline

Registriert: Mo 19. Sep 2011, 20:04
Beiträge: 5
Noch ein kleine Anfängerfrage:

Kann ich das Bokashi als 5cm Mulch auf die Beete ausbringen?
Wird das "ordentlich" vererdet?
Oder noch eine Lage Stroh/Heu oben drauf?


Danke



/peter


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: Sa 8. Okt 2011, 12:52 
Offline

Registriert: So 26. Sep 2010, 21:00
Beiträge: 188
Hallo lilak5,

Geht alles. Mit Bokashi mulchen, einarbeiten, drüber mulchen oder eingraben. Mit Grassilage/Bokashi mulchen soll gut gegen Schnecken sein.

Nicht zu viel frisches Bokashi auf die Beete bis 3 l / m2. Das Bokashi wird sehr schnell umgesetzt und es kann dadurch zur Überderdüngung kommen. Eine ausgereifte vererdete Terra Preta hat die Nährstoffe dann fest gebunden und überdüngt auch pur nicht.

Gruß Marko


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Rinder/Kuhgülle auf Terra-Preta-Bokashimulch
BeitragVerfasst: So 9. Okt 2011, 18:46 
Offline

Registriert: Mi 28. Sep 2011, 18:22
Beiträge: 6
Nackschnecken gehen schon in die Grassilage und fressen sich scheißend durch: ich sehe das so gerne wie andere ihren Regenwurm. Schnecken vertreiben können satt beigemischte basische Gesteinsmehle oder Kalkstickstoff an der manure silage.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Neues Thema Antworten Seite 1 von 1  [ 6 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de