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 Betreff des Beitrags: Re: ein paar Gedanken zur Aktivierung von Pflanzenkohl
BeitragVerfasst: Fr 20. Nov 2015, 21:19 
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Registriert: Mo 10. Feb 2014, 09:06
Beiträge: 219
dynamind hat geschrieben:
Aber trotzdem kann ich verstehen, wenn man versucht sein eigenes Gärtchen möglichst giftfrei zu halten, dass man keine Lust auf "Teer" im Garten hat.
Ich will ja niemandem zu Nahe treten, aber Teer* ist eben nicht gleich Teer*.

Teer ist immer ein Verschwelungsprodukt, aber es kommt darauf an WAS verschwelt wird. Holzteer entsteht bei der Verschwelung von Holz, einem Bestandteil der Biosphaere. Und wo wurde schon gesehen dass die Biosphaere nicht fertig wird mit ihren eigenen Stoffen und Jenen die ganz normal daraus entstehen koennen? Nirgendwo.

Wahrscheinlich werden die Holzteerkomponenten von Pilzen abgebaut wie im Eingangspost gesagt. Wie lange das braucht, darueber kann ich nichts sicheres sagen (=belegen), aber ich wuerde schaetzen dass es maximal Jahre sind und nicht Jahrzehnte. Siehe auch michnoed's post.



*)Wir verlassen uns auf unsere Moeglichkeiten der Analyse, aber die sind nicht immer so absolut wie wir es gerne haetten. Alleine schon um den Benzolring zu erklaeren (das Grundmodul der Aromaten) brauchen wir eine Art erweitertes Orbitalmodell. Ergo mehr Quantenmechanik als klassische entweder-oder Chemie! Und da uns keine bessere Erklaerung eingefallen ist, darum ist diese Erklaerung Konsens. Konsens ist nicht gleich Fakt. Wir sind begabt mit Denken und mit Ambition. Und wir wollen mit den Dingen die wir vorfinden arbeiten, sie manipulieren. Notfalls auch ohne sie wirklich verstanden zu haben. Und dazu brauchen wir zumindest eine Art von Konsens. Erschreckend oft manipulieren wir Dinge die wir (noch) garnicht verstanden haben. Das koennen wir tun; aber die Tatsache DASS wir sie manilulieren als angeblichen Beweis zu nehmen dafuer dass wir sie auch verstanden haben, das ist ein grosser Fallstrick.

Einer unserer groessten Fallstricke; vielleicht sogar der Groesste.



dynamind hat geschrieben:
.....Magazin hatte ja vor ein paar Jahren auch mal eine "aufklärerische" Serie im Heft, die über die Gefahren von Kräutern und Heilpflanzen berichtete.
Unter Islamisten ist Derjenige Koenig, der es als promovierter Korangelehrter versteht, aus dem Koran beliebig Rechtfertigungen fuer jede erdenkliche Greueltat abzuleiten.


Bei uns sind jene promovierten Experten Koenige, die es schaffen, aus der Wissenschaft die gewuenschten Rechtfertigungen fuer jeden beliebigen Zweck abzuleiten. Ok, Koenige vielleicht nicht ganz, aber sie werden koeniglich bezahlt.


michnoed hat geschrieben:
hmm schwer zu sagen. allerdings kann die lösung auch einen mehrwert bringen. wenn man als zwischenschritt Pilze züchtet. der austernseitling scheint durchaus dazugeeignet zu sein. er ist einerseits ein hervorragender speisepilz andererseits zum PAK abbau fähig.
Gute Idee. Allerdings wuerde man fuer eine ergiebige Austernseitlingskultur die Holzkohle wohl fuer mehrere Jahre binden. Und, wenn uns an den PAK gelegen ist dann sollten wir sicherstellen dass der Seitling die auch abbaut und nicht nur anreichert; das tun Pilze gerne.

michnoed hat geschrieben:
ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. viele synthetische stoffe sind leicht abbaubar und harmlos andere sind nahezu nicht abbaubar und extrem gefärlich.
Das stimmt. Und beobachtbar ist die "Lernfaehigkeit" der Biosphaere betreff des Abbaus von Problemstoffen.

michnoed hat geschrieben:
und holzteer würde ich eher bei den syntetischen einordnen als bei den Natürlichen stoffen.
Wieso? Mindestens seit dem Kambium entsteht Holzteer bei jedem Schwelbrand im Wald, etwa nach Blitzeinschlag.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein paar Gedanken zur Aktivierung von Pflanzenkohl
BeitragVerfasst: Mo 23. Nov 2015, 22:49 
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Registriert: So 1. Nov 2015, 19:51
Beiträge: 18
der austernseitling scheint PAK wirklich abzubauen. er setzt dazu ein Enzym (peroxidase) ein das relativ unspezifisch wirkt und eine viel zahl von organischen Verbindungen angreift. der alle wissfäule Erreger benutzen dies Enzym um Lignin abzubauen. das Pilze PAK anreichern ist mir nicht bekamt. ich kenne nur das Beispiel von Radioaktivem Cäsium. welches um unterschied zu teerst offen nicht biologisch abbauen, sondern bestenfalls fixieren lässt.

klar kann in der Natur auch Teer entstehen. das selbe gilt z.b auch für dioxin wen bei der Verschwendung noch Chlor anwesend ist.
das Umfeld in dem Teer in der Natur entsteht ist ziemlich begrenzt. außerdem ist Teer nicht gleich Teer, selbst wen der ausgangssstoff Holz ist. sobald der Mensch Hand anlegt und etwas an den Bedingungen ändert kann man z.b bei hohen Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff Teer gewinnen dadurch ändern sich die Eigenschaften. somit kann Teer auch unter unnatürlichen Bedingungen entstehen. auch aus Holz kann ein Produkt gewonnen werden das es so in der Natur nicht gibt. deshalb würde ich Teer eher zu den synthetischenstoffen zählen.

zu der Gefährlichkeit von Naturstoffen. was die giftigkeit angeht übertreffen einige Naturstoffe wie z.b Botulinumtoxin die giftigkeit von synthetischen Verbindungen bei weitem. allerdings sind einige synthetische Verbindungen extrem langlebig.
und noch etwas zu den PAK. wer raucht braucht sich nicht allzu viele Gedanken darüber zu machen was allenfalls in der Kohle als Rückstand noch enthalten ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: ein paar Gedanken zur Aktivierung von Pflanzenkohl
BeitragVerfasst: Do 26. Nov 2015, 13:31 
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Registriert: Do 13. Jan 2011, 12:32
Beiträge: 107
Hallo !

Heute habe ich einen interessanten Link für dieses Forum gefunden.

http://www.ithaka-journal.net/inhalt/kl ... ng?lang=de

lg elis


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 Betreff des Beitrags: Re: ein paar Gedanken zur Aktivierung von Pflanzenkohl
BeitragVerfasst: So 29. Nov 2015, 20:12 
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Registriert: Mo 10. Feb 2014, 09:06
Beiträge: 219
Zitat:
...kann man z.b bei hohen Temperaturen unter Ausschluss von Sauerstoff Teer gewinnen dadurch ändern sich die Eigenschaften.
Das klingt interessant; aber ich hoehre zum ersten Mal davon.

Zitat:
zu der Gefährlichkeit von Naturstoffen. was die giftigkeit angeht übertreffen einige Naturstoffe wie z.b Botulinumtoxin die giftigkeit von synthetischen Verbindungen bei weitem.
Ja, sicher. Auch Kochsalz etwa ist in grossen Dosen absolut toedlich.

Meine Basisbehauptung ist einfach, dass die Biosphaere problemlos und ohne Menschenhilfe mit ihren eigenen (Problem)Stoffen zurechtkommt. Wahrscheinlich sogar besser ohne Menschenhilfe. Im Gegensatz dazu stehen eben Stoffe die der Biosphaere nicht, noch nicht, oder noch nicht lange genug bekannt sind. Also sythetische Stoffe und solche aus dem Inneren der Erdkruste. Aber die Biosphaere ist auch lernfaehig, siehe zB die Bindung von Schwermetallen in Humuskomplexen. Und es ist durchaus moeglich dass wir in Zukunft immer mehr Mikroben entdecken die etwa Plastikstoffe abbauen koennen.


Zitat:
klar kann in der Natur auch Teer entstehen. das selbe gilt z.b auch für dioxin wen bei der Verschwendung noch Chlor anwesend ist.
Natuerliches Dioxin? Theoretisch vielleicht, aber gibt es wirklich Beispiele fuer natuerlich entstandenes Dioxin?


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 Betreff des Beitrags: Re: ein paar Gedanken zur Aktivierung von Pflanzenkohl
BeitragVerfasst: So 6. Dez 2015, 16:21 
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Registriert: So 1. Nov 2015, 19:51
Beiträge: 18
in der natur ist der temperaturbereich in dem teer entsteth und ausgast sehr begrenzt. ab Ca 250C dürfte das holz mit dem verschwelen beginne. steigt die temperatur über 350C wird aus dem schwehlbrand ein feuer. teerstoffe die ab dieser temperatur ausgasen verbrenne somit automatich. wenn man nuhn aber holz in einem stalbehälter unter luftabschluss erhizt und die entstehenden gase wider kondensiert. kann man auch die hochsiedenden Teerstoffe gewinnen die unter natürlichen Bedingungen entweder sofort verbrennen oder gar nicht erst ausgasen und an die Kohle gebunden bleiben.

man kann das mit der Destillation von spirituosen vergleichen zu Begin der Destillation kommt der vorbrand welcher Methanol Aceton Aldehyde und der gleichen enthalten kann. dann kommt der eigentliche Brand (Ethanol + aromastoffe)und am Schluss noch der nachbrand welcher hochsiedende Fuselöle enthält.

mit deiner Behauptung das die Biosphäre mit ihren eigenen Problemstoffen klarkommt bin ich einverstanden. allerdings bin ich der Meinung das der Mensch diese Prozesse durchaus beschleunigen oder bremsen kann.

gerade bei den Schwermetallen ist es sehr interessant das diese auch ohne zu tuhen der Biosphäre unschädlich gemacht werden. die meisten Schwermetalle reagieren mit Schwefelverbindungen zu extrem schwerlöslichen Schwermetallsulfiden und sind somit biologisch nicht mehr verfügbar. z.b Quecksilber reagiert mit schwefel zu Zinnober (queksilbersulfid HgS)

Dioxin wird vom Mensch nicht bewusst hergestellt es kommt immer aus Nebenreaktionen hervor. hier ein Zitat von Wikipedia:
"Auch natürliche Prozesse können zur Bildung von Dioxinen führen, z. B. durch Blitzschlag verursachte Wald- oder Steppenbrände sowie mikrobielle Tätigkeiten oder Vulkanausbrüche. Es wird geschätzt, dass bei einem Waldbrand etwa 20 ng Toxizitätsäquivalente an Dioxinen pro kg Biomasse entstehen. Im Vergleich zu den anthropogenen Emissionen tragen natürliche Quellen nur in geringem Maß zur Dioxinbelastung der Umwelt bei.[1]
Beim mikrobiellen Abbau des Holzgerüststoffes Lignin und von Huminsäuren entstehen chlorierte Phenole, welche sowohl unter den Zersetzungbedingungen als auch im Fall von Feuereinwirkung zu Dioxinen kondensieren können."
https://de.wikipedia.org/wiki/Polychlor ... enzofurane


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