Terra Preta Forum

Informationen und Erfahrungen rund um das Terra Preta Phänomen

 
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 Betreff des Beitrags: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Di 11. Nov 2014, 15:00 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Hallo,

habe zur Kohle-Qualität etwas experimentiert. Die ersten Gedanken dazu stehen noch unter "Sampada neue Tipps von einem Kunden". Da das Thema aber über Sampada hinaus geht, habe ich hier ein neues Thema angelegt.

Kopiere zwei Dateien aus Sampada rüber, damit hier der Zusammenhang entsteht. Wenn wir wollen, kann das Thema hier weitergehen.

Gruß
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Di 11. Nov 2014, 15:05 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Habe am Fr 10. Okt 2014, 17:34 unter "Sampada ..." geschrieben:

Eine Beobachtung zur Härte der Kohle:

Gekaufte Grillkohle - Laubholz aus D - ist sehr viel härter als eigene Grillkohle - diverse Hölzer, Laub und Nadel im offenen Grillfeuer.

Es mag sicher auch an unterschiedlichen Holzsorten liegen. Habe aber eine weitere Vermutung: Die gekaufte Grillkohle glüht und brennt noch mit zum Teil kleinen Flämmchen. Da sind vermutlich noch kleine Gasreste drin. Ist vermutlich nicht so lange durchgeglüht wie eigene Grillkohle, die kurz vor der Asche steht.

Ist ja auch logisch: Kommerzielle Kohle bringt nach einer Zeit nur noch wenig Holzgas und wird dann durch frisches Holz ersetzt. Ist aber eben noch nicht so lange ausgeglüht wie im Feuer, wo es nicht auf wirtschaftliche Produktivität ankommt.

Meine Erfahrung: Bei größeren Stücken geht das nicht schlagartig von Kohle zur Asche, sondern langsam. Die Kohle glüht so vor sich hin und bildet nur langsam Asche auf der Oberfläche. Dann scheint sie mir richtig reif geglüht. Die geht später "wie Butter" zu zerkleinern. Ist wesentlich !! weniger hart als die gekaufte (tiefschwarz, oft etwas glänzend und sehr fest). Das gilt allerdings für größere Stücke. Kleine Ästchen zerfallen ruck zuck zu Asche nach dem Brennen. Für sie ist das Dosenprinzip mit kontrolliertem Brennen viel effektiver.

Die ausgeglühte müsste eigentlich auch viel mehr innere Oberfläche und Poren haben, wenn leicht brennbare "Innereien" in den Poren ausgeglüht sind.

Als nächstes habe ich folgenden Test vor: Gekaufte stückige Grillkohle im Feuer nachbrennen. Dann kann ich dieselbe Kohle vor u nach dem Nachbrennen vergleichen. Werde dann mal berichten.

Glaube, wir bräuchten noch viel mehr Erfahrung über Kohle - da gibt's bestimmt große Unterschiede....

Beste Grüße in ein viell. glühendes Wochenende
Erdfreund

PS: unverglühtes Holz geht fast nicht zu zerkleinern. Das merke ich im Eimer mit dem Spaten. Ist aber kein Problem. Nach dem "Cashew-Effekt" sammeln sich größere Stücke - und auch anfangs übersehene widerspenstige Holzreste an der Oberfläche, und die kommen dann zurück in die Sammlung für den nächsten Brand.

Beste Grüße
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Di 11. Nov 2014, 15:10 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Am Fr 17. Okt 2014, 18:16 unter „Sampada“ geschrieben:

Noch ein Nachtrag:

Die meiste stückige Kohle ist bei mir noch im Kompost und nicht in der Erde. Hier und da finde ich aber auch schon Stücke im Boden. Da fällt mir auf:

Diese Stücke sind leicht zu zerdrücken - zwischen zwei Fingern zerfallen sie leicht in kleinere Teile. Das geht mit frischer Kohle keinesfalls. Weiß nicht, ob diese Stücke aus eigener Produktion stammen oder zugekaufte Grillkohle sind. Aber habe schon den Eindruck, dass sie nach einigen Monaten im Boden "gereift" sind. Sie sehen auch anders aus als gekaufte Kohle: Nicht mehr so glänzend schwarz, sondern mattschwarz, mit einem Anflug von grau.

Hab irgendwo auch gelesen, dass Kohle im Boden reift und ihre Austauschfunktion noch verbessert. Hab mir Videos der Kaindorfer Humustagung besorgt. Dort war eine Abbildung, nach der frisch eingesetzte "aufgeladene" Kohle sich im Boden noch etwas abbaut. Der C-Gehalt nimmt noch um einige Prozent ab - aber nicht so viel wie bei Humus, der sich meist schnell zersetzt. Neue TP verbessert sich noch mit den Jahren. Klar, die Mikroorganismen wohnen ja nicht nur da. Sie "schaffen" auch, geben Säuren und viele andere Stoffwechselprodukt ab, verdauen, was sich noch verdauen lässt, und verändern auch die Kohle, die dauerhaft bleibt. So wird die Kohle weiter reifen.

Also ich denke, im Gartenboden ist Kohle in verschiedenen Größen gut. Als Feinmehl bis Sankorngröße für die Regenwürmer, als größere Stücke für Wurzeln, die hineinwachsen können, Wasser-, Nährstoff- und Luftspeicher.

Wenn sie wirklich im Boden mürbe wird, wird sie sich mit der Zeit ohnehin zerkleinern. Durch Tritt, Bearbeitung, Tiere, Frost ... Frost gibt's am Amazonas nicht, aber alles andere. Und viel Zeit, so dass sie nach Jahrhunderten wohl zu Staub geworden ist - aber eben immer noch da.

Hab vor Kurzem von einer Schwarzerde in D gelesen. Sie sei (nach-)eiszeitlich auf natürlichem Weg entstanden. Dort gebe es aber auch ganz viele menschliche Artefakte, weil die Jungsteinzeitler sie wegen ihrer Fruchtbarkeit so gerne besiedelt hätten. Wer weiß, ob nicht auch hier die Menschen bei der Bildung der Erde ihre Hand im Spiel hatten, mehr als bisher vermutet? Durch Analysen ließe sich ja Kohle von Dauerhumus unterscheiden. Da stehen bestimmt noch interessante Entdeckungen aus.

Beste Grüße in ein hoffentlich goldenes Wochenende
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Di 11. Nov 2014, 15:20 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Hallo,

und nun geht's mit neuem Beitrag weiter:

Hab nun den Versuch zur Festigkeit von Kohle gemacht. Anlass: Gekaufte Laubholz-Grillkohle war mir noch zu fest. Ziemlich aufwendig zu zerkleinern. Dachte, sie sei noch nicht genug durchgeglüht.

Habe gekaufte Grillkohle nochmal durchgeglüht. So, dass sie möglichst vollständig glüht und bereits Asche auf der Oberfläche ansetzt, aber nicht völlig verbrennt. Dann wieder abgelöscht.

Das Ergebnis stellt mich zufrieden:

Die harte Kohle wird deutlich mürber. Lässt sich jetzt meist leicht zwischen den Fingern zerbröseln. Die gelöschte Kohle enthält von Grob- über Feinteile bis Asche alle Größenordnungen. Stücke lassen sich meist "wie Butter" mit dem Spaten weiter zerkleinern. Am Ende bleibt ein Rest übrig, der noch fest ist. Vermutlich war der noch nicht völlig durchgeglüht.

Ein mehrere dm großes, zusamenhängendes Kohlestück hat beim Glühen Risse bekommen und sich in Würfel aufgeteilt, so wie man es auch beim Brennen von Holzstücken beobachten kann. Man sah direkt, wie sich die Kohle veränderte.

Denke, dass die Porosität und Austauschkapazität jetzt insgesamt deutlich besser sind als bei der Ursprungskohle. Will später die Poren der beiden Sorten noch mikroskopisch nachprüfen.

Die Menge der Kohle reduziert sich natürlich, verbrennt eben doch ein Teil . Das Volumen hat sich ungefähr halbiert. Das Gewicht wohl nicht ganz so stark, da das Volumen durch Kleinteile kompakter wird.

Die Menge ist für meinen Gartenbedarf ok. Wenn ich in einer Aktion aus 2 Putzeimern Rohkohle 1 Eimer anwendungsfertige Mürbekohle bekomme, komm ich damit gut eine Woche rum. Für Rasen, Beete und Kompost. Zusätzlich kann ich mir auch aus Holz noch gute Kohle brennen. Natürlich mit größerem Gewichtsverlust. Aber in guter Qualität. Und hab noch den Nutzen von Feuer und Grillen.

Jetzt im Herbst ist Erntezeit. Da fällt viel Laub und Schnitt an, und der Kompost wächst schnell. Braucht man eben auch viel Kohle und Erde als Zugabe.

So hoffe ich also, Grillkohle schnell "nachreifen" zu lassen.

Beste Grüße
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Do 13. Nov 2014, 21:11 
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Registriert: Mo 10. Feb 2014, 09:06
Beiträge: 227
Die Holzkohle hat zwei wesentliche Funktionen:

1)Die Poren, also die Ueberreste der Zellen des lebenden Baumes. Die sind so gross wie eben die Zellen waren, minus Schrumpfung durch das Trocknen / Gluehen. Die Porengroesse ist im Wesentlichen abhaengig von der Baumart (Holzart) und auch von den Wachstumsbedingungen des Baumes. Durch laengeres Gluehen werden die Poren wohl nur unwesentlich kleiner, vielleicht um ein paar %. Die Hohlraeme der Poren wirken als physischer Puffer (Speicher oder Zwischenspeicher), etwa so wie die Poren von Perlite oder gebranntem Ton.


2)Die Ionenaustauschkapazitaet (Biochemischer Puffer) der Porenwaende, also der verkohlten Zellwaende. Wenn diese nicht vollstaendig verkohlt sind, dann sind sie haerter durch Reste von Geruestsubstanzen des Holzes wie etwa Lignin. Und dann wuerde ich auch eine verringerte Ionenaustauschkapazitaet erwarten. Gluehen jenseits des Optimums macht wohl nur die Porenwaende duenner und damit weniger dauerhaft. Um die Beschaffenheiot der Porenwaende zu sehen braucht man wohl ein Elektronenmikroskop.


---------

Am Besten finde ich immer noch die Dose im Ofen, idealerweise mit Spaenen. Ende letzten Winters habe ich mit einer einzelnen 2,+ Ltr-Dose etwa 100 Ltr Holzkohlepulver produziert, im Grunde waehrend einem Monat heizens. Stetes Gluehen fuellt den Kohlesack. lol!

Und die Abwaerme nutzt man so auch optimal. Einziger Nachteil: man produziert nur im Winter.


Viele Gruesse


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Mo 17. Nov 2014, 17:03 
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Registriert: Mi 5. Feb 2014, 09:30
Beiträge: 16
Hallo Erdgeist und Erdfreund
ich habe schon verschiedene Stufen der Holzkohle-zubereitung hinter mir: von den Grill-Briketts (wo sich bei Nachforschung herausstellte, daß es Braunkohle war!) über gekaufte "gute" Grillkohle und Herstellung in einem Pyrolyseofen.- Zerkleinerung mit dickem Hammer, Fleischwolf, Shredder oder mit Spaten in Bottich (der hielt nicht lange durch, der Bottich).
Ich bleibe bei meiner Methode: Sägespäne/mehl in einer Edelstahldose im Kachelofen. Nach erster Abkühlung (nicht löschen) schütte ich die Holzkohle in einen großen Blumentopf mit Untersetzer als Deckel zum sicheren abkühlen. Denn ein einziger Funke kann sonst den ganzen Vorrat verglühen lassen! Über Winter kommt da ein ganz schöner Vorrat zusammen. Es ist eine wunderbare weiche Kohle, die sich fast wie Schnee anfühlt!
Ein kleiner Teil kommt dann in den Küchen-Bokashi, der dann über den konventionellen Kompost "läuft", das Meiste verarbeite ich in Maurerkübeln (90 Ltr.) mit Grasschnitt, Häcksel und Pferdeäpfel zu TerraPreta.
In meinem Frühbeet, das ich jetzt seit 3 Jahren mit TerraPreta "auflade" hat sich eine bis in den Untergrund reichende Humusschicht gebildet, und ich habe den Eindruck, daß die jetzt ständig dicker wird. Früher, wo ich nur mit konventionellem Kompost gearbeitet habe, ist dieser immer schnell in meinem Mergel-Boden "verschwunden".
Ich kann das alles nicht wissenschaftlich belegen - ich bin eher Praktiker, und die Qualität meiner Gartenfrüchte gibt mir Recht!
Ich hätte noch viel zu erzählen und zeige meinen kleinen Nutzgarten auch gern!
Aber jetzt erst mal Winterpause im Garten.
Euer Rentner Klaus


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Mi 19. Nov 2014, 16:59 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Hallo Erdgeist und Klaus,

theoretische Überlegungen finde ich spannend; man möchte ja gerne auch die Hintergründe verstehen. Letztlich orientiere ich mich aber doch auch stark an praktischen Erfahrungen.

Die Unterschiede zwischen (meiner) gekauften Grillkohle, nachgebrannter Grillkohle und selbst hergestellter Holzkohle aus verschiedenen Hölzern erscheinen mir deutlich genug, um "mein" Nachbrenn-Verfahren für mich weiter zu verfolgen. Leitbild ist selbst gebrannte Holzkohle, die wohl den "natürlichen" Verhältnissen einer Hochkultur am Amazonas ohne großtechnische Pyrolyseanlagen näher kommen dürfte.

Unterschiede im Porenvolumen sieht man schon mit einer 10-fach-Lupe. Genauere Unterschiede werden durch stärkere Vergrößerungen sicher noch besser erkennbar.

Ziel ist ein regionaler Stoffkreislauf. Für Versuchszwecke halte ich es für gerechtfertigt, in überschaubarem Rahmen und zu Testzwecken Kohle auch hinzuzukaufen. Da es bei uns (fast) keine verbreitete Tradition der Kohle- und Terra preta (Nova)-Herstellung mehr gibt, die uns auf erprobte Erfahrungen aufbauen lässt, darf man eben selber experimentieren. Das braucht Zeit, und die wird mit zunehmendem Alter immer kostbarer. Parallele Versuche mit Grill- wie eigener Holzkohle beschleunigen den Erfahrungsgewinn und lassen sich später sicherlich nutzbringend auf die eigene Herstellung übertragen.

Leider habe ich (noch) keinen eigenen Brennofen. So muss das Dosenprinzip vorerst warten. Sicher ist es bei eigenem Ofen eine hervorragende Methode, die organischen Stoffe energetisch und stofflich optimal zu nutzen.

Man tastet sich so langsam an das eigene Optimum heran, je nach den unterschiedlichen persönlichen Bedingungen. Schon mehrfach zitiert aus dem TP-Buch: Es gibt viele verschiedene Wege. Das ist so wichtig, denn nur Ein Weg wäre nicht für Alle gangbar.

Deine praktischen Erfahrungen, Klaus, motivieren sehr. Wunderbar weiche eigene Kohle, eine stetig wachsende Humusschicht und gesunde Früchte können doch sehr begeistern.

Allen weiterhin viel Freude und Erfolg und einen guten Start in die Wintersaison! Wenn ich neue Dinge weiß, melde ich mich wieder.

Beste Grüße
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Do 27. Nov 2014, 14:31 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Hallo,

Hans-Peter Schmidt und Paul Taylor haben im Ithaka-Journal einen brandneuen Bericht eingestellt. Sie haben 2014 einen "Kon-Tiki-Meiler" entwickelt und erprobt. Damit kann fast Jede-r große Mengen Pflanzenkohle selbst vor Ort erzeugen, bei Bedarf mehrere 100 ltr. am Tag. Geeignet ist so ein Meiler für Land- und Forstwirte, Kommunen, Gruppen und Vereine. Hier der link:

http://www.ithaka-journal.net/kon-tiki- ... produktion

Die Autoren stellen in Bericht und Videos (auf der Ithaka-hp) Informationen zum Bau und Betrieb des Meilers als open source zur allgemeinen Verfügung. Einige dutzend Meiler sind weltweit bereits in Betrieb, hunderte oder tausende dürften wohl bald folgen.

Damit steht uns wohl eine wahre Revolution bevor. Nun können weltweit die nötigen großen Kohlemengen von Akteuren selbst und vor Ort produziert werden. Eine echte Demokratisierung, wie sie schreiben. Noch war die Verfügbarkeit der Ausgangsstoffe für eine TP-Entwicklung, besonders die Kohle ja oft ein begrenzender Faktor. Hier dürften wir jetzt einen Riesenschritt weiter sein. Das könnte Land-, Forst- und Gartennutzung grundlegend revolutionieren, zum Wohl von Umwelt und Natur, Mensch und Klima.

Weitere Entwicklungen und Verbesserungen dürften bald folgen. Die Autoren schreiben von der Nutzung der ungeheuren Mengen "Ab-" Wärme und der Entwicklung verschiedener Meilergrößen, zum Beispiel für den Klein- und Gartengebrauch.

Für unser Thema der Kohlequalität enthalten Bericht und Videos auch interessante Hinweise. In Groß-Pyrolyseanlagen erzeugte Grillkohle kann wohl Teere und Kondensate enthalten, die die Poren verstopfen. Im offenen Feuer verbrennen diese Stoffe und geben die Poren frei. Auch Ablöschen mit Wasser treibt Stoffe aus und kann die Kohle weiter aktivieren. Sie wird weich und mürbe, mit großen offenen Poren, und ist leicht in der Hand zu zerbröseln. Dazu passen meine Überlegungen und Beobachtungen beim Kohlebrennen gut.

Hier scheint eine neue Tür geöffnet zu sein, und wir betreten neues Land, vielleicht in einem Umfang, den wir heut noch gar nicht ahnen können. Ich freue mich riesig auf diesen vermutlichen Quantensprung. Und natürlich auch ganz "eigennützig" auf Lösungen für den Gärtner und Klein-Gebraucher.

hoffnungsfroh grüßt
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Sa 6. Dez 2014, 07:04 
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Registriert: Mo 10. Feb 2014, 09:06
Beiträge: 227
Hallo Erdfreund

Danke fuer den interessanten Hinweis! (im Ithaka-journal tut sich ja nicht alle Tage was, und da sieht man auch nicht staendig nach ob es was Neues gibt...)


Der Kon-Tiki Kiln ist eine sehr interessante und schoene Loesung. Und die Ueberlegungen zur "Opferschale" und der Wirbel-Funktion ihres Randes sind hervorragend.
btw: man kann das Gleiche auch in einer Erdgrube machen:

http://hawaiibiochar.com/biochar-burn-demonstration/

Eine DuckDuckGo Suche nach "japanese cone kiln" liefert Mengen an Ergebnissen

Der grosse Nachteil der Sache ist, dass man dazu massives, schoenes Feuerholz verbrennen muss; damit heize ich lieber im Winter. Aber ein kleines Modell um darauf zu kochen macht vielleicht Sinn.


Normalerweise verkohle ich verschiedenes Kleinzeugs, fuer das ich wirklich keine andere Verwendung habe. ZB momentan ein Gemisch aus rasenmaehergehaeckseltem Thuja-heckenschnitt und Saegespaenen. Und das geht eben nur in einer Retorte da die kleinen Partikel sehr schnell zu Asche vergluehen wenn auch nur ein wenig Luft dazu kommt. Retortenprinzip wie etwa die Ofendose oder auch die Feuerring-Methode(1). Und wenn ich mal so in Not bin, dass ich bereit bin auch gutes Feuerholz zu verkohlen, dann tut es auch ein einfacher TLUD (Top-Lit-UnderDraft) wie der hier:

viewtopic.php?p=1072&sid=a266729f22f79ee16acd7a7ae414cb7a#p1072



Viele Gruesse



(1) Feuerring-Methode: Zwei Dosen oder Faesser, eine etwas Kleinere und eine etwas groessere, beide ohne Deckel, die Groessere mit Luftloechern rund um die Bodenkante. Die kleine Dose wird mit der zu verkohlenden Biomasse befuellt, die Grosse daruebergestuelpt, und beide gemeinsam gewendet (oben=>unten,unten=>oben). Der Raum zwischen den beiden Dosen, das ist der Feuerring. Er wird mit Holz befuellt und unten durch die Luftloecher der grossen Dose entzuendet, so erhitzt er die kleine Dose mit ihrem Inhalt. Das entstehende Holzgas tritt unten aus der kleinen Dose aus und gelangt so in den Feuerring, wo es mit verbrennt und eine thermische Rueckkopplung bewirkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kohle-Qualität-Härte-Reifen
BeitragVerfasst: Di 30. Dez 2014, 11:25 
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Registriert: Sa 26. Apr 2014, 00:11
Beiträge: 6
Hallo, Rentner 70,

ich kann deinen Bericht hinsichtlich der Holzkohle nur bestätigen. Ich habe mir bei meinem Holzlieferanten große Mengen grober Sägespäne für den Winter gesichert und gebe täglich 1 - 2 große Konservendosen (vom Italiener) in den Kaminofen dazu. In ca. 1 1/4 stunden ist die Holzkohle in einer Superkonsistenz fertig. Die Dosen halten etwa 3 - 5 mal, dann sind sie meist durchgebrannt. Ich bohre seitlich ein paar Löcher rein und lege den Deckel einfach oben drauf und biege das Blech etwas zusammen, geht hervorragend. Mein Prinzip: einfach, funktional und kostengünstig. Mit Gesteinsmehl, EMA und gern noch etwas Kaffeepulver gemischt ergibt dies ein immer leicht säuerliches aber angenehm riechendes Pokashi, welches ich nach ca. 2-3 Wochen im Garten vergrabe, abdecke (Folie) und dann später in den Garten ausbringe. Ich denke, die Amazonasindianer haben ihre Terra Preta Böden auch nicht wissenschaftlicher Untersuchungen anheim gestellt sondern vielleicht nur anhand ihrer Ernten beobachtet und hierbei war mein Amateurhochbeet in 2014 für mich schon eine Begeisterung, obwohl vieles falsch gemacht (z.B. keine Planung der Fruchtfolgen - aber trotzdem 4 Ernten in der Folge) Größere Mengen "Schwarzerde" für die Pflanzkübel sind auch schon gesichert. Macht scho Spaß und begeistert.

Viele Grüße


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