Terra Preta Forum

Informationen und Erfahrungen rund um das Terra Preta Phänomen

 
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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Fr 29. Aug 2014, 13:30 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Hallo,

hab gestern ein Video von Original-TP am Amazonas gesehen. Die war total voll mit Tonscherben. Dicht an dicht... Hobbygärtnerin und Andere haben sich Gedanken über Scherben gemacht. Die speichern Nähstoffe, Wasser, Luft und viell. Informationen? Bringen auf jeden Fall noch eine neue Qualität in die Erde.

Eine kurze Sequenz fand ich ganz spannend. Jemand hat so eine Scherbe mit Händen gebrochen und mit wenig Kraft zerrieben. Das ging viel leichter als bei einer Scherbe vom Tontopf bei uns. Haben die Amazonier anders, weicher gebrannt? Oder ist die Scherbe im Lauf der Jahrhunderte im Boden gereift und mürbe geworden?

Hab keine Ahnung, ob harte oder mürbe Scherben besser oder gleich gut sind. Nur gefühlsmäßig hat mit die mürbe gut gefallen. Und ein bissl Freude darf ja auch dabei sein, oder??

Hatten neulich Hochzeit. Haben am Eingang zur Festhalle 2 Bäumchen in schönen neuen Ton-Übertöpfen aufgestellt. Der Wind wollte mitpoltern; hat beide umgeschmissen und zerdeppert. Hab die Scherben jetzt im Garten gelagert.

Weiß noch net so recht, was damit tun? Sie sind groß, hart und etwas scharfkantig. Könnte sie mit dem Stößl zerkleinern versuchen und zum Kompost tun. Mag aber mit der Hand in die Erde fahren und barfuß laufen, ohne mich zu ritzen.

Hab auch ein Video von Sonnenerde in Kaindorf, Österreich gesehen. Haben angeblich die grösste Bioerde- und TP-Kohle-Herstellung in EU. Egal obs stimmt, ansprechend find ichs schon. Die verwenden Ziegelsplitt einer ganz bestimmten Sorte für die TP. Aber fein gemahlen. Gefällt mir auch wieder. Aber sind dann halt keine Scherben mehr.

Ja, wir finden überall kleine Mosaiksteinchen zu verschiedenen Themen. Viel bleibt noch spannend. Kommt aber doch eins zum anderen. Unser Vorteil gegenüber den Amazoniern: Wissen und Erfahrungen können sich dank Netz schnell verbreiten. Aber wir haben wohl auch keine 7.ooo Jahre mehr Zeit. Angesichts dessen, was wir mit unserer Erde machen.

Also tun wir, was wir mit unseren Möglichkeiten können.

Beste Grüße
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Fr 29. Aug 2014, 16:04 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
An den Tonscherben bastle ich auch noch immer herum.
Ziegelsplitt wäre vielleicht die Möglichkeit, denn mit Tonscherben in der Erde kann man sich womöglich verletzen.
Was mir auch noch durch den Kopf geht- Lehm- so quasi als Kügelchen im Feuer brennen-
oder die gebrannten Serami....... oder andere Tonkügelchen, die für die Hydrokultur verwendet werden????
Allerdings, die Mengen die für den Kompost benötigt würden- da würde sich ganz schön was zusammenläppern- es widerspricht auch meinem Gedanken von der Nutzung in einer Kreislaufwirtschaft.
Danke Erdfreund, dass du mich wieder darauf hingewiesen hast, ich wollte das im Sommer versuchsweise mit dem Lehmbrand in der Tonne mit Feuer probieren, bis jetzt habe ich immer Erde oder Lehm als Zusatz in den Kompost gegeben, aber hier wird es wie mit dem Holz sein, das verrottet, als Holzkohle verbleibt es- womöglich ist es beim gebrannten oder ungebrannten Lehm ähnlich.
und was noch sein könnte- vielleicht haben die Erfinder der Terra Preta keinen Hart- oder eher einen Weichbrand gemacht?
Schade, dass wir sie nicht mehr fragen könnnen.
Die gekaufte TP vom Gartenmarkt ist vollkommen anders als meine TP-
die TP aus Kaindorf habe ich noch nicht selbst in den Händen gehabt-
aber ich habe schon einiges von denen gelesen, die befassen sich dort recht intensiv mit der Erde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Fr 29. Aug 2014, 17:26 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Ja Hobbygärtnerin,

alles spannende Fragen ...

Archäologen wissen vielleicht, ob Tonscherben in der Erde mürbe werden? Die findet man ja auch vielfach sonst bei Grabungen durch die Jahrhunderte bis zur Steinzeit-Bandkeramik-Kultur. Dann könnte man viell. herausbekommen, ob die Amazonier anders - weicher gebrannt haben...? Hab eine "Gräberin" um paar Ecken in der Familie. Müsste mal dran denken sie zu fragen ...

Andererseits: wir können auch nur tun, was unsere Möglichkeiten sind. Lehmbrand finde ich sehr interessant. Wenn Du was machst, würde mich ein Bericht sehr interessieren. Danke!

Vielleicht kommt man auch an alte Lehmziegel, die sonst vernichtet würden? Müsste mal beim Baustoff-Recycling bei uns fragen. Lehm ist nicht so hart wie Keramik-Ton. (Du siehst, ich habs mit dem Mürbe-Material ;-)

Gebe auch Erde zum Kompost. Hatte bisher nur Probleme, genug zu bekommen. Die Blumenkastenerde läuft bei mir meistens nicht über den Kompost. Brauche sie zu schnell wieder. Sie wird nur zerbröselt, gemischt, mit Kompost und neuerdings auch Kokosfasern angereichert und wieder verwendet.

Neulich hab ich beim Grünschnitt-Recycling einen großen Haufen lehmigen Sand gefunden. Jetzt hab ich Bütten voll und misch´s mit Kohle in den Kompost. Hab grad wieder einen, der heizt kräftig. Kann man unter der Oberfläche richtig die Hände wärmen :-)

Übrigens, auch ungebrannter Lehm löst sich nicht auf, so wie unverkohlter Grünschnitt das tut. Lehm ist mineralisch und bleibt immer erhalten. Wird höchstens braun-schwarz durch Humus oder Kohle. Bildet Ton-Humus-Komplexe durch Regenwürmer. Oder wird in der Korngröße zermahlen durch Verwitterung oder Würmer. Aber die Masse bleibt immer gleich.

Mein Boden ist überwiegend Schluff. Eine Korngröße zwischen Sand und Ton. Lehm ist eine Mischung aus allen dreien. Eigentlich ist es der Ton im Lehm, der beim Brennen fest wird. Je mehr, desto fester. Meinen Schluff kann man nicht festbrennen. Kann auch keine Kügelchen rollen. Wäre also auf Zufuhr von außen angewiesen.

Aber sage mir gemach. Es gibt so viel spannendes zu tun. Nicht dass man(n) überzieht ... ;-)

Beste Grüße in den Abend
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Sa 30. Aug 2014, 08:17 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
Hallo Erdfreund,
die Regenfälle haben meine für heute geplante Gartenaktion zunichte gemacht.
Wegen Ziegel- Tonscherben- ich vermute mal- aber wirklich nur Vermutung, dass die gebrannte Lehm-Tonerde eine Art Garage, Unterschlupf für die Mikros ist, genau wie die Holzkohle. Ob die gleichen Mikros einziehen, wohnen, parken- keine Ahnung.
Sie bringen auf alle Fälle auch Luft und Struktur in die Erde.
Ziegel sind in der Regel niedriger gebrannt, die alten Ziegel zerbröseln mit der Zeit - während Klinker frosthart auf Dauer sind.
Frost war sicher in den amazonischen Gebiet nicht die Herausforderung, gebrannter Ton oder Lehm zerbröselt auch nicht wenn es ständig feucht -
Ob jetzt Ziegelsplitt aus hartgebrannten Dachschindeln besser ist als aus nicht so hart gebrannten Mauerziegelsteinen- keine Ahnung- wir können leider nicht fragen.
Ich kaufe mir ganz bewusst keine Fertigerde mehr, weil mir die Mischungen nicht zusagen, der mineralische Anteil fehlt mir - aber ist nur gefühlt.
Und ja, es ist auch für mich immer wieder eine Herausforderung, genügend Erde, Lehm als Zuschlagstoff für den Kompost vorrätig zu haben.
Ich denke über TP manchmal nach- ich möchte es - wenn ich mir schon die Mühe mache- dann auch so gut machen, dass es sinnvoll ist.
Aber was wirklich alles reingehört, welche Rezeptur- leider stehe ich erst am Anfang.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Mo 1. Sep 2014, 12:37 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Danke, Hobbygärtnerin,

ja, der Regen brettelt einem derzeit oft in die Pläne. Mögen Dir Deine Gartenaktionen bald gut gelingen!

Hatten ein Fest, daher antworte ich erst jetzt. Habe die Schwester der Archäologin getroffen und von den Tonscherben erzählt. Gebe Nachricht, wenn ich was höre.

Wenn ich mal zum Baustoffrecycling komme, werde ich nach Passendem schauen und auch die Härte testen. Auch da geb ich gerne Bescheid. Danke für den Hinweis auf Unterschiede zwischen Schindeln, Ziegeln u.a.

Ganz richtig: Auch gebrannter Lehm und Ton wird von Mikros besiedelt. Ist sogar mehr als nur Garage, sondern richtiger Lebensraum. Jede Oberfläche, die feuchte Nährstoffe enthält, wird rasch von einem (schleimigen ;-) Biofilm mit Mikro-Leben überzogen (s. Google-wiki). Auch in Küche und Bad, trotz allem putzen, wenn wir nicht ganz scharf desinfizieren. Biofilm ist auch gut (in Maßen), wir leben halt nicht alleine....

Auf jedem Sandkörnchen im Boden, in jedem Humuskrümel lebt bei Feuchte ein Biofilm. Gebrannter Ton und Lehm haben endlos viele Poren (wenn sie nicht rundum glasiert sind), und sind ganze Kontinente voll milliardenfachem Leben. Das wuselt und stoffwechselt. Dazwischen parken immer auch endlos viele Ruhestadien und Sporen, bereit zum Austausch und neuer Besiedlung.

Kohle und Ton dürften untereinander zum Teil ähnliche, zum Teil auch unterschiedliche Besiedlung haben. So wie die beiden Substanzen sowohl ähnliche als unterschiedliche Eigenschaften haben. Wie auf Wiese und in Wald, in Ebene und Gebirge bei uns im Makro-Bereich.

Grundsätzlich sind in 1 Gramm lebendiger Erde alle Boden-Mikroorganismen dieser Welt vorhanden. Bis auf ganz spezielle Keime, wie z.B. spezialisierte Krankheitserreger. (Ist wohl auch besser so ;-). Die Kulturen "indigener" Mikroorganismen unterscheiden sich also wohl nur wg. unterschiedlicher Kulturformen (angebotene Nährstoffe und Bedingungen), vielleicht auch Züchtungen mit der Zeit, aber wohl weniger weil das Arteninventar grundsätzlich unterschiedlich wäre zwischen Japan, Amazonas und uns.

EM könnte also wohl jede Gärtnerin aus einem Gramm Erde selber herstellen. Der Vorteil angebotener Lösungen ist, dass es schon fertig ausgelesen und in die richtige Richtung gesteuert ist.

Selbst wenn bei TP der eine oder andere Kniff vermutlich noch seiner Entdeckung harrt: Ich glaube, das was wir jetzt wissen und tun können ist schon so viel, dass wir den Großteil der guten Wirkungen schon jetzt befördern können. Jede-r von uns wird das sowieso auf seine etwas eigene Weise tun. Vermutlich haben wir hier schon eine so segensreiche Vielfalt, wie wir Menschen haben, die sich damit befassen. Ist doch schön, oder?

Muss gestehen, noch hab ich ab und an ein Sackerl Fertigerde im Eck stehen. Oder eine Bütte Kompost vom Grünschnitt-Platz. Weil die Eigenproduktion noch nicht ganz ausreicht. Kaufe allerdings nur noch ohne Torf. (Außer manche Pflanzen in Töpfen. Da kann man noch nicht aussuchen). Für Erde gibt es Listen, wo man was bekommt.
Möchte mich aber gerne in Richtung Eigenversorgung entwickeln. Nur Kokos aus der dritten Welt kaufe ich gerne in fair-Läden dazu. Insofern sind mir Deine und andere Aussagen Ansporn, Hobbygärtnerin.

Und auch unser Augenmerk auf Tonscherben ruht auf Deiner Initiative hier im Forum. So befördern sich alle gegenseitig... Danke!

Beste Grüße, allen Erfolg und Freude
Erdfreund


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Do 2. Okt 2014, 08:41 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
Eine stattliche Anzahl von Tomatensossengläsern steht im Vorratschrank- dazu noch Tomatenmark und es gibt jeden Tag Tomatensalat oder Tomate einfach nur aufs Brot.
Nachdem ich einen ganzen Schwung Tomatenpflanzen im Frühjahr an Gartenbegeisterte verschenkt habe- kann ich den Vergleich ziehen.
Die Tomatenpflanzen, die in der Terra Preta Erde stehen- sind noch vollkommen gesund -
während sie bei den Anderen bereits am Ende sind.
Tomaten im Gewächshaus waren wie jedes Jahr vom Ertrag her sparsam, alle Tomaten, die unter Dach vom Regen geschützt wachsen konnten- waren zwar keine Frühaufsteher bei der Ernte- aber dafür sind sie jetzt noch gesund und munter und es hängen noch jede Menge Früchte an den Pflanzen dran.
In die Giesswassertonne etwas Holzasche reingeben- mochten die Tomaten auch ganz gerne-
Gurkenernte ist beendet, Bohnen kommen noch und der Blumenkohl ist erntereif, ebenso der Brokkolie,
Rosenkohl fängt an, Röschen zu bilden- darüber freue ich mich am Meisten- denn vor dem Einsatz von Terra Preta hatte ich leider nur immer magerste Ausbeute.
Der Feldsalat , Endivien und Zuckerhut werden hoffentlich im Winter genug Grünzeugs liefern- jetzt nur noch ein paar Samenkörner für Baby Leafsalate versenken - und schön langsam den Garten winterfest machen.
Dieses Jahr gibt es die ersten Preiselbeeren, da habe ich noch keinerlei Erfahrungen, ob und wieviel Terra Preta zu geben ist. Etwas davon habe ich unter den Zuchtheidelbeeren verteilt- dabei ist für Preisel- und Cranbeeren auch was abgefallen.
Wäre schön, wenn das Gartenwachstum weiterhin so zufriedenstellend verlaufen würde.
Wünsche allen Gartenbegeisterten frohes Schaffen und eine zufriedenstellende Ernte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrung mit Terra Preta
BeitragVerfasst: Fr 10. Okt 2014, 16:07 
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Registriert: Di 15. Jul 2014, 11:57
Beiträge: 97
Ein schöner Erntebericht, danke!!

Ja, die Tomaten unter Dachvorsprung haben auch überlebt, obwohl schon mit kleinen Flecken Fäule befallen. Aber das ging nur noch ganz langsam weiter. Mal hie und da ein Blatt Verlust macht ja nichts.

Eine Spinnmilben-Attacke im Trockenen hat sich auch wieder allein ausgewachsen. Anfangs dachte ich, könnt nun alles abschreiben. Aber die Tomaten haben sich wohl selbst geholfen. Klar, es kriechen noch kleine Pünktchen, aber sie halten sich in Grenzen. Ein paar versponnene gelbe Blätter entfernt, und dann gings wieder. Man darf den Pflanzen auch ihre eigene Kraft zum Heilen zutrauen.

Mein Fazit 2014: Tomaten gehen heutzutage wohl nur noch regenfrei (bei mir zumindest). Vermute, dass die Fäule heute aggressiver ist als früher. Die EM-Tipps von elis müsst ich dann ´15 versuchen.

Langsam reicht die Sonne nicht mehr, grüne Früchte werden nur noch ganz langsam reif. Na ja, dürfen von mir aus hängen, bis der Frost kommt. Oder Nachreife im Haus....

Kompost, TP, Elixier Herstellen sollen über Winter weiter laufen. Damit der Start im kommenden Frühjahr reichhaltig gelingt.

Beste Grüße und Freude an der Ernte in den Herbst
Erdfreund


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