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Informationen und Erfahrungen rund um das Terra Preta Phänomen

 
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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Sa 6. Jul 2013, 02:17 
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Registriert: So 8. Apr 2012, 20:28
Beiträge: 20
Hallo Hobbygaertnerin!

Bevor Du Dir die Arbeit mit dem Ziegelsplitt machst, wollen wir die Sache lieber noch mal durchdenken:
Wenn der gebrannte Ton nicht versintert ist (was erst bei Temperaturen von ueber 1100C passiert), ist er auch nicht ganz dicht, Wasser und EM kommt da schon rein. Wenn Du einen Ziegelstein eine Weile ins Wasser legst und dann zerschlaegst, kannst Du an der Bruchstelle genau sehen, wie tief das Wasser eingedrungen ist. Gebrannter Ton ist ausserdem fast unzerstoerbar. Aber Holzkohle haelt auch lange. Gebrannter Ton besteht hauptsaechlich aus Stein, mit ein paar Poren drin. Holzkohle besteht hauptsaechlich aus Poren mit ein bisschen Kohlenstoff drumrum. Deshalb hat sie auch ein zig-faches mehr an Wasserspeicherfaehigkeit, wenn auch nicht ganz so lange. Und als Behausung fuer die EM bietet Holzkohle das zig-tausendfache an Oberflaeche.
Und dann gehe ich mit meiner TP normalerweise ohne Handschuhe um. Wenn da Ziegelspitt mit drin waere, wuerde ich mir dauernd kleine Verletzungen zufuegen, weil der Bruch verdammt scharfkantig ist.
Vor allem aber sind die Scherben in der Original-TP ganz anders als Ziegelsplitt. Das sind einfach nur Scherben von kaputtgeschlagenen Toepfen. Da hat sich niemand die Muehe gemacht, die kleinzuhaemmern. Willst Du sowas etwa in Deinem Hochbeet haben?
Und der ganze angebliche Vorteil liegt darin, dass wahrscheinlich die Kapillarbildung und damit der Wasserverlust durch Austrocknung ein bisschen vermindert wird.
Fuer mich persoenlich ist so ein kleines Plus zu wenig.

Aber was Elis weiter oben schon angedeutet hat:
Weder in EM oder Holzkohle noch in Tonscherben oder Gesteinsmehl sind irgendwelche Naehrstoffe drin. Und fuer eine jahrelange Fruchtbarkeit sind so ein paar Bokashi-Gurkenschalen nicht genug, da muss richtig Sch... Mist rein!

Lopho


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Sa 6. Jul 2013, 06:16 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
Hallo Lopho,
danke fürs Durchdenken, ich werde dir meinen Gedankengang in kurzen Worten schildern.
Jahrhundertelange Mist- und x- Jahre Kompostkultur - müssten in unseren Böden mächtige Humusschichten erzeugt haben- was ich bei Spatendiagnosen nie feststellen konnte.
Selbst in Laubwäldern sind die Humusschichten erschreckend dünn. Hier findet die gleiche Nährstoffumsetzung wie im Regenwald statt, es kommt wohl nur der Klimafaktor hinzu. Unser Winterhalbjahr und die gemässigteren Temperaturen hindern die schnelle Umsetzung.
Nährhumus- Dauerhumus und Terra Preta mögen sich in bestimmten Bereichen ähneln, aber wie es diese Terra Preta schafft, sich bei günstigen Bedingungen immer weiter zu vermehren, obwohl auch das Pflanzenwachstum davon zehrt- dies ist für mich die wirkliche Frage.
Selbst bei Kompost gibt es unzählige Wege- welcher der richtige Weg ist, bisher konnte mir das keiner sagen.
Die Fermentation ist die Möglichkeit, 1. zu hygienisieren, 2. Nährstoffe zu bevorraten, 3. Nährstoffe umzubauen, aber sie ist noch nicht das Ende am Weg-
erst über den Weg Kompostierung, Vererdung können die Nährstoffe dem Boden wieder zugänglich gemacht werden.
Also gilt hier - wie können diese Nährstoffe ohne grössere Verluste dem Bodenleben zur Verfügung gestellt werden.
Denn jeder Verlust fehlt in der Nahrungskette der Terra Preta.
Ob es Ziegel dafür braucht, ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass die Ton- Humuskomplexe eine wichtige Rolle beim Dauerhumus spielen.
Ob die Zugabe von Bentonit, Zellolith, Steinmehl dafür ausreichend sind, ich weiß es nicht. Dass die Kompost- und Regenwürmer diese feinen oder ein wenig grobkörnigen Mehle brauchen, das habe ich aus Erfahrung gelernt,
Ich habe gelesen, dass Ton Phosphor speichert, ob Holzkohle nur Stickstoff oder auch andere Nährstoffe speichert, weiß ich auch nicht.
So gesehen, ich weiß eigentlich nur, dass ich nichts oder nur sehr wenig weiß, seit ich mit Terra Preta und zuvor jahrelang mit Kompost herumexperimentierte- war immer Versuch- und Irrtum mein Weggefährte.
Meine Indikatoren sind die Pflanzen, wie sie sich entwickeln, welche Veränderungen sie in welchen Erden anzeigen.
Aus der Sicht der sparsamen Hausfrau möchte ich nicht Unmengen an Zutaten für unsere Kompostwirtschaft zukaufen, sondern in 1. Linie alles verwerten, was vor Ort vorhanden ist.
Mir ist vollkommen klar, dass mit ein paar fermentierten Gurkenschalen und ein wenig Holzkohle samt EM kein Tera Preta entsteht.
Die Zugabe von Mist oder Sche....... in fermentierter Form alleine macht auch noch keine schwarze Erde..
Selbst bester Wurmkompost baut sich wieder relativ schnell ab.
Im Buch 4.000 Jahre Landbau in China, Japan und Korea wird beschrieben, dass die ausgebrannten Schamottteile aus den Öfen auf den Kompost kamen, also auch wieder Lehm bzw. gebrannter Ton.
Rein aus meinem Baugefühl heraus meine ich, dass bei der Terra Preta eine vollkommen ausgewogene in sich stimmige Bodenlebewesenkost mit Nährstoffspeicherung und Wohnung für diese Lebewesen vorhanden sein muss und erst wenn dies vorhanden ist, können sich die Lebewesen ins Zeug legen, Dauerhumus aufbauen, den Pflanzenwurzeln Nährhumus zur Verfügung stellen und sich auch noch so munter weitervermehren, dass mit genügend Biomasse versorgt, der Dauerhumusgehalt anwächst.
Ob ich damit richtig liege, ich weiß es nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Do 10. Okt 2013, 18:40 
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Registriert: Do 10. Okt 2013, 17:54
Beiträge: 4
Hallo zusammen,
ich will mal einige Gedanken aufschreiben, die mir selber zum TP-Phänomen eingefallen sind - so als eher praktisch veranlagter Mensch:
All das muss ja irgendwie zufällig entstanden, beobachtet und für gut befunden worden sein.
Wenn ich nicht will, dass meine Abfälle (auch meine eigenen) stinken, muss ich sie entweder weit wegschaffen, sie gut vergraben (aber nicht mehrfach an derselben Stelle) oder in ein Gefäß schütten und jedesmal luftdicht verschließen mit einem Deckel oder mit nicht stinkendem Material, das ich nicht extra herbeischaffen muss. Das könnten die Reste von meiner Feuerstelle sein, aber sicher mehr Asche als Holzkohle, und die auch in größeren Stücken. Problem: Wenn der Topf voll und abgedichtet ist, ist der doch tierisch schwer. Wo lass ich den dann und wie? Ich könnte rund herum graben, bis er eingegraben ist, und müsste dann die Stelle kennzeichnen, damit ich sie nicht doppelt nutze. In diesem Falle könnte ich ihn oben mit Erde füllen und einen Baum reinpflanzen/säen. Während ich ihn fülle, bring ich immer Ton mit, aus dem ich schon mal den neuen baue. Aber wie ist der zu brennen? Kann ich in ihm ein Feuer machen? Platzt er nicht? Dann enthielte er jedenfalls wegen des Sauerstoffmangels hinterher einige Holzkohle. Sind die Innenseiten der gefundenen Scherben schwarz, und wenn nicht: Könnte die Schwärzung in den Jahrtausenden zurückgegangen sein?
Ich hatte bei den großen Gefäßen auch mal überlegt, man könnte ja erst ein Loch gegraben haben, in dem man dann das Gefäß gebaut und gebrannt hat - groß genug waren die ja.
Wenn aber Asche wie Branntkalk wirkt - verhindert sie dann nicht die saure Fermentierung? Chemie war noch nie meine Stärke. Dieses Problem hab ich aber auch ganz konkret, weil ich aus der Asche, die mir mein Nachbar aus seinem Holzvergaser überlässt, die Holzkohlestücke raushole - eine Sisyphusarbeit, die dann mit dem Zerkleinern fortgesetzt wird.
Soviel für heute.
Ach ja, kurze Vorstellung: Meine TP-Versuche sind noch kein Jahr alt, aber sehr exzessiv, da mein Garten sehr groß ist und ich mit den Nachbarn die Überlassung von weiterer Grünmasse, Pferdemist und Sägespänen vereinbart habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Mi 27. Nov 2013, 02:40 
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Registriert: Mi 27. Nov 2013, 02:22
Beiträge: 7
Ich bin neu hier im Forum und erstmal herzlichen Dank fuer die gute Zusammenfassung was TP eigentlich ist. Ich habe noch keine TP in meinem Garten und deshalb viele Fragen.
Zuersteinmal historisch: Wenn die Ureinwohner Tontoepfe benutzt haben, muss ja jede Familie pro Jahr ziemlich viele Tontoepfe gebraucht haben. Wie wurden die eigentlich gebrannt? TP wurde ja in Waldgaerten praktiziert und fuer das brennen all der Toepfe muesste ja der Wald bald verschwunden sein. Oder haben die ihre Tontoepfe ganz unoekologisch einfach woanders her importiert?
Auf der anderen Seite finde ich die Idee klasse. Also ich will ein Kompostklo. Aber ich will keine mit Sch.. gefuellten Plastikeimer rumtragen, diese entleeren und sie dann noch saeubern...Beim Clivus Multrum muss man die Kammer einmal im Jahr leeren, das heisst die obere Schicht ist dann noch nicht kompostiert, genauso toll. Da finde ich die Idee Tontoepfe rauszutragen und die erst dann zu zerschlagen wenn sie fermentiert sind weniger ekelerregend.
Noch eine Frage: wie war das mit den Knochen? Stundenlang roesten? Wahrscheinlich hast du einen Holzherd der solange laeuft, mit Gas wird das zu teuer. Wir haben Holzfeuer, was passiert eigentlich wenn ich die Knochen im Winter einfach ins Feuer werfe? Und was mach ich dann im Sommer?


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Mi 27. Nov 2013, 08:52 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
Finde deine Gedanken aus down under sehr nachdenkenswert.
Wenn die Tontöpfe gekauft werden mussten, bzw. im Tauschhandel- dann war sicher das Bestreben der dortigen Hausfrauen, sie möglichst gut zu nützen.
Kann mir auch nicht vorstellen, dass so ein schwerer Tontopf gefüllt mit dem Inhalt herumgeschleppt worden ist.
Man könnt doch diesen leeren grossen Tontopf so in der Erde vergraben, dass er sich noch gut sitzbar als Toilette benützen hätte lassen.
All die Abfälle, die ebenfalls bei Wärme zum Stinken, zum Verfaulen gekommen wären, hätten auch in diesen Pott gegeben werden können.
Waren die dortigen Öfen zum Kochen auch aus Ton so wie diese aztekischen Öfen, die man heute kaufen kann?
Kann mir gut vorstellen, dass dort alles verbrannt worden ist, was sich in dem heissen Klima als Brutstätte von Krankheiten gezeigt hätte.
Ob meine Gedankengänge in diese Zeit und Gegend gepasst hätten, keine Ahnung.
Ich habe nur versuchsweise Zeitungspapier verkohlt und diese Papierkohle in den Kompost gegeben, selbst nach der Vererdung ist immer noch der verkohlte Papieranteil zu sehen.
Ich finde den Artikel nicht, ich habe irgendwo gelesen, dass Ton Phosphor speichert, deshalb könnte es sein, dass nicht nur die Holzkohle, sondern auch die Tonscherben zu dieser langanhaltenden Humusbildung genutzt worden sind.
Mit kommt die Terra Preta als das volle Fass vor, nicht so wie bei Liebigschen Bildern, wo ein Loch im Fass nach dem Minimumsprinzip beweisen soll, dass der Nährstoff, der am wenigsten vorhanden ist, entscheidet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Mi 27. Nov 2013, 09:09 
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Registriert: Mi 27. Nov 2013, 02:22
Beiträge: 7
Es macht Sinn die Tontoepfe gleich zu vergraben, weil man sie dann nicht schleppen muss und es auch unter der Erde Kuel ist und es nicht stinkt. Was an den Tontoepfen interessant ist, ist die hygienische Verpackung der Abfalls. Sowas aehnliches muesste es fuer ein Kompostklo geben. Oder wir bauen ein Toilettenhausen das immer dortihin wandert wo wir demnaechst ein Beet haben....Nachts geh ich da allerdings nicht drauf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Do 28. Nov 2013, 08:49 
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Registriert: Fr 3. Jun 2011, 08:12
Beiträge: 77
Leider können wir die "Entdecker" der Terra Preta nicht mehr fragen.
Mir erscheint die grosse Tontonne in der Erde vergraben- eine sehr weise Methode der "Entsorgung" der menschl. Hinterlassenschaften, wohl auch für alles, was sonst noch in der Hitze verfaulen und krank machen würde, so in der getöpferten Tontonne zu fermentieren.
In diese gefüllte Tontonne irgendwann einen Baum zu pflanzen, der dort wachsen kann, erscheint mir auch sehr klug.
Schon alleine die Kompostierung von Mistzugaben mit Zusatz von Holzkohle ergibt einen Kompost der vollkommen anders wirkt als der reine Kompost aus den Küchen- und Gartenabfällen.
Wenn ich so ein Kompostclo bauen würde, dann auch mit so einer vergrabenen Tontonne mit Deckel drauf, unten müsste ein Loch enthalten sein, immer fleissig mit Lehm, Steinmehl und Holzkohle feste einstreuen, ein Häuschen darüber stellen und wenn die Tonne voll wäre, das Häuschen auf die nächste Tonne setzen.
Die gefüllte Tonne mit einem Baum oder Stauch bepflanzen und so weiter und so fort.
Kompost für das Gemüse- am Besten wächst es bei mir, wenn die Kompostwürmer ihre Arbeit getan haben.
Reiner Wurmkompost ist für die Pflanzen das absolute Lieblingsessen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Terra-Preta-Basis-Wissen
BeitragVerfasst: Fr 29. Nov 2013, 02:37 
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Registriert: Mi 27. Nov 2013, 02:22
Beiträge: 7
Naja wenn ich dann jedesmal einen Baum pflanze hab ich bald keinen Platz mehr fuer Kartoffeln. Und wenn ich mir die Preise fuer Tontoepfe im Gartencenter anschaue...
Auf jeden Fall ist das Kompostklo ein wichtiger Bestandteil ohne das ist der Kreislauf nicht zu.


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