Terra Preta Forum

Informationen und Erfahrungen rund um das Terra Preta Phänomen

 
Aktuelle Zeit: Mo 23. Apr 2018, 06:29

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Neues Thema Antworten Seite 1 von 1  [ 5 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Anlegen eines Hochbeetes
BeitragVerfasst: Mi 7. Mär 2018, 11:09 
Offline

Registriert: So 28. Jan 2018, 19:23
Beiträge: 2
Hallo,

seit dem Herbst habe ich über 3 Fässer Einiges an Bokashi aufgesetzt. Das soll nun gemeinsam mit anderer Erde (ebenfalls mit Holzkohlen-/Gesteinsmehlzusatz) in einem neuen Hochbeet von 5qm verwendet werden.

Da es mein erstes Hochbeet ist, interessieren mich besonders die richtige Schichtung und die Möglichkeit zur Verlängerung der Standdauer.

Aktuell plane ich den Boden mit groben Kieseln (ca. 10cm) zu bedecken. Wir haben recht festen Lehmboden bei uns und ich möchte vermeiden, dass mir das Beet (gerade bei Schlechtwetterphasen) absäuft. Darauf soll eine Schicht von ca. 15cm Baumschnitt.

Den Mittelteil wollte ich aus einem Drittel-Mix von Rindermist/Grasschnitt/frischem Bokashi aufsetzen. Da käme noch Kohle dazwischen.

Oben verwende ich hälftig meine Terra Preta (Standdauer in der offenen Kompostmiete ca. 6 Monate) und eine gute Komposterde. Diesen Erdmix möchte ich mit Perligran für die Strukturverbesserung und das Wasserhaltevermögen pimpen.

Kritik und Verbesserungen sind jederzeit willkommen!

Wie seht Ihr meine vorherigen Ausführungen? Insbesondere die Kieselschicht macht mir Sorgen. Ich weiß nicht, ob die Regenwürmer da durch gehen ...???

Wie ist die Standdauer eines solchen Projektes einzuschätzen? Ich höre überall, dass ich das Beet nach 4-5 Jahren ausräumen muss. Ist dem so? Ich dachte der Vorteil der Terra Preta liegt in Ihrer -fast- unendlichen Standdauer.

Ich hätte, den Empfehlungen auf der Hauptseite folgend, jährlich 1-2 Düngungen vorgenommen. Ich würde nur entschärfte Gülle nehmen und keinen Urin. Reicht das oder ist ein Neuaufsetzen letztendlich unumgänglich?

Einstweilen vielen Dank. Ich freue mich auf Eure Tipps.

Beste Grüße

Mike


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Anlegen eines Hochbeetes
BeitragVerfasst: Mi 7. Mär 2018, 13:47 
Offline

Registriert: So 20. Mär 2016, 13:02
Beiträge: 28
Bezüglich Kiesschicht: Um die Wasserabführung würde ich mir keine Sorgen machen, eher um einen Zuzug von Mäusen aus dem Boden heraus. Wenn die Würmer Dein Hochbeet aus dem Boden heraus besiedeln wollen, weil es für sie attraktiv ist, dann schaffen die das. Du kannst aber auch aus Deinem Kompost gleich ein paar Kompostwürmer einsetzen. Manche setzen die sogar in Blumentöpfe.

Mist und Grünschnitt besser nicht eingraben. Wenn das nicht vorher kompostiert ist, provozierst Du Fäulnisprozesse. Grünschnitt kannst Du schrittweise als Mulchschicht obenauf legen. Damit wird die Bodenoberfläche vor Wind, Regen und UV-Licht geschützt, die oberflächennahen Mikroben können dadurch höher steigen und werden auch gleich gefüttert.
Gülle im gleichen Sinne erst mikrobiell fermentieren, nicht frisch aufbringen.

Mist + Gülle in Verbindung mit Holzhackschnitzeln sind eine gute Basis für Kompost, zuzüglich dann weiterer Materialien, die so anfallen aus Küche und Garten.

Was willst Du anbauen, wenn Deine Oberschicht aus Kompost + Terra Preta-Substrat besteht und Du nachdüngen willst?

Ausräumen "muss" man ein Hochbeet m.M. nicht, aber man muss Material von oben nachfüllen, da durch die stattfindende Rotte im Innern eine Niveauabsenkung stattfindet.
Ich persönlich fülle mein Hochbeet weitgehend mit halbfertigem Kompost mit hohem Holzanteil (vor allem geschreddertes Fichtenreisig, weil es gerade reichlich anfällt), nur die Oberschicht von etwa 20 Zentimetern ist dann Erde mit Fertigkompost + Terra Preta. Da ist dann ein Ausräumen nach einigen Jahren keine Belastung, sondern eine Freude, um den Inhalt dieser "Kompostbox" in andere Nutzung zu bringen. Bei der Rotte wird dann eher zusätzlich Wasser verbraucht, so dass ich gieße statt entwässern muss.

Das oberflächliche Nachfüllen von Kompost + Mulch ist dann Düngung genug, gerade bei einem schon gehaltvollen lebenden Boden. Stickstoffzufuhr erledigt man dann besser durch Pflanzenvielfalt, wo dann die Mischkultur und Fruchtfolge auch Leguminosen enthält.
Wenn man einen Boden leben und sich selber ernähren lässt, muss man ihn nicht mehr durch Düngung füttern, eine solche Düngung kann dann eher nachteilige Folgen haben.

Mit freundlichem Glück Auf!
ebs


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Anlegen eines Hochbeetes
BeitragVerfasst: Do 8. Mär 2018, 12:04 
Offline

Registriert: Do 13. Jan 2011, 12:32
Beiträge: 109
Hallo Mike !

Du solltest unten auch noch ein stabiles sehr engmaschiges Gitter oder dichten Hasendraht reingeben. Damit Dir die Wühlmäuse nicht reinkommen ins Hochbeet. Ich habe unter meinen Schnellkomposter, wo ich meine Terra-Preta vererden lasse nur normalen Hasendraht reingegeben, den haben mir die Wühlmäuse usw. durchgefressen. Dann habe ich so Kellerfenster-Eisenfenster zusammengedrahtet und da drunter getan, den Komposter oben drauf, da kann jetzt unten nichts mehr durch. Wichtig ist auch alles gut festzutreten, besonders die Sträucherabschnitte und auch die anderen Füllungen, damit es nicht so stark absacken kann. Immer gut EM-aktiv und Gesteinsmehl drauf. Die Mischung wie auch ebbs geschrieben hat braucht sonst keine zusätzliche Düngung, das ist schon genug. Wenn Du das Hochbeet nicht nach ein paar Jahren neu aufsetzen willst, dann ist halt der Hochbeeteffekt weg, wie mehr Wärme von unten (durch den Umsetzungsprozeß), dann ist es halt ein normales Gartenbeet in der Höhe. Das kannst Dir ja immer noch überlegen. Aber das 1.Jahr sackt es sehr stark ab, deshalb ist das gute festtreten so wichtig. Wenn Du oben was nachfüllen mußt, würde ich die obere Pflanzschicht, so 10-20 cm Erde erst abgraben, extra tun, dann mit sonstigen Material wieder auffüllen und dann die obere Erdschicht wieder oben drauf. Also dann viel Spaß beim arbeiten.

lg. elis


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Anlegen eines Hochbeetes
BeitragVerfasst: Fr 9. Mär 2018, 18:08 
Offline

Registriert: So 28. Jan 2018, 19:23
Beiträge: 2
Hallo,


danke für Eure Beiträge. Eine Mulchung werde ich aus dem ersten Frühjahrsschnitt durchführen. Der aktuelle Grasschnitt liegt seit Oktober im Freien-der sollte eingegraben werden. Dazu wollte ich Mist und Grasschnitt mischen, festtreten und immer ordentlich Tria Terra Streu dazwischen. Nochmals angießen und anschließend die Komposterde drauf. Fäulnis müsste doch Sauerstoff bedingen ...? Im Hochbeet sollte ich die gleichen Bedingungen wie im Eimer (dunkel+sauerstofffrei) vorliegen haben. Fermentiert das Gras und der Mist dort nicht?

Würde mich über Eure Tipps und weitere Beiträge sehr freuen!

VG

Mike


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Anlegen eines Hochbeetes
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2018, 00:23 
Offline

Registriert: Do 13. Jan 2011, 12:32
Beiträge: 109
Hallo Mike !

Fermentieren tut es ja nur unter Luftabschluß, z.B. mit Folie abdecken so wie es die Bauern machen beim silieren. Das ist ja im Hochbeet nicht gegeben. Aber um Fäulnis zu verhindern, solltest Du aber unbedingt gut mit EM-aktiv verdünnt mit Wasser gießen. Dann fault nichts. Wenn Du es nicht machst besteht die Gefahr der Fäulnis.

lg elis


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Neues Thema Antworten Seite 1 von 1  [ 5 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
cron
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de